HAFEN DANGAST
An der Nordseeküste einmalig
Wer Dangast sagt, der meint sofort auch den Hafen. An keiner anderen Stelle treffen sich so viele positive Eindrücke: Wo sonst sollten Besucher maritime Stimmung, Kontakt zu den Gezeiten, Naturerlebnis und familiäre Atmosphäre bei den Wassersportlern antreffen, wenn nicht dort? Weil auch noch frischer Fang vom Kutter, leckere Angebote mit salziger oder süßer Versorgung bereitstehen und das Fahrgastschiff gerne Gäste mitnimmt, ist für einen rundum gelungenen Besuch gesorgt.
Schutz vor Sturmfluten
Wie eine Trutzburg steht seit 1956 das Sielbauwerk für Sicherheit. Es sorgt für den Schutz vor Sturmfluten und die Entwässerung des Binnenlandes gleichermaßen. Gerade umfangreich saniert ist es fit für immer größere Herausforderungen. Wenn Spaziergänger bei Hochwasser an der Spundwand nahe an den Wellen stehen, blicken sie an gleicher Stelle sechs Stunden später vier Meter tief auf den Hafengrund. Tiedenhub heißt das, Natur pur.

Die westliche Hafenhälfte ist ein „schwimmendes Wohnzimmer“. Der Jade-Yacht-Club ist dort mit rund 80 Booten zuhause. Ein Verein für Jedermann. JYC-Chef Lars Diepenbrock legt großen Wert darauf, „dass in unserem Verein jeder mitmachen kann. Wir sind kein Club mit weißen Hosen und Schampus-Gläsern“. Im Gegenteil ist zupacken im Ehrenamt gefragt. Das von den Mitgliedern in Eigenarbeit gebaute neue Technik- und Sanitärgebäude verbessert Hafenservice und Umweltverträglichkeit. Hafenbesucher können die Jugendgruppe bei ihren Übungsstunden mit kleinen „Opti“-Anfängerbooten beobachten.
Viele Stammgäste
Mit zahlreichen Gastliegern unterstützt der Club die Bemühungen um die touristische Attraktivität Dangasts. Die meisten Besucher, die übers Wasser anreisen sind inzwischen Stammgäste und kommen seit Jahren immer wieder. Das liegt auch an moderaten Hafengebühren und an hilfsbereiten Stegnachbarn, die den Gästen gerne mit Rat und Tat bei technischen Problemen aushelfen.
Für Urlauber und Tagesgäste startet das Fahrgastschiff „Jantje von Dangast“ zu Rundfahrten zum Leuchtturm Arngast, Richtung Wilhelmshaven zum Marinestützpunkt und zu Deutschlands einzigem tideunabhängigem Tiefseehafen Jade-Weser-Port. Mit etwas Glück begegnet man internationalen Großschiffen mit bis zu 20.000 Containern an Bord. Experten aus dem Naturkundehaus machen aus Touren zu den Seehundsbänken regelrechte Biologie-Stunden und verdeutlichen den Wert des Weltnaturerbes Wattenmeer.
Fangfrischer Granat
Meeresluft macht hungrig und durstig. Frischer als vom Kutter gibt es Granat, also ungeschälte Krabben, nirgendwo. Gerade erst gefangen sind die kleinen Meerestiere eine beliebte Köstlichkeit. Etwa um die Hochwasserzeit legt Kapitän Jan-Walke Schröder mit seinem „DAN 1“ neben dem Pegelhäuschen an, schon erwartet von einer Schlange von Interessenten. Gleich nebenan stehen andere Spezialitäten aus dem Meer auf der Karte beim Fischturm. Wer seinen Hunger süß stillen will, ist beim Waffelbäcker richtig.
So ist der Dangaster Hafen ein immer lohnendes Ziel. Fotografen und Maler haben die reizvollen Motive schon auf unzählige Weise festgehalten, besonders gerne bei Sonnenuntergang. Kein Wunder, dass Bilder von dort regelmäßig auch in überregionalen Kalendern zu finden sind.
Von Gerhard Mandel